Kulturvermittler-März 2020

Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Ganz Österreich wird von dem Corona-Virus gelähmt… Die Gesundheitskrise trifft gerade Kulturvermittler*innen aufgrund prekärer Arbeitsbedingungen besonders hart: Viele Kollegen*innen befinden sich derzeit in massiv existenzbedrohenden Arbeitsverhältnissen.
 
In diesem Newsetter informieren wir euch, welche Maßnahmen der Österreichische Verband der KulturvermittlerInnen in den letzten Monaten zum Thema „Fair Pay“ gesetzt hat und welche Strategie er zurzeit verfolgt. Unser Ziel ist es, die Krise als Chance, als Motor für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Kulturvermittlung zu nutzen!

Arbeitstreffen: „EIN Kollektivvertrag für die Kulturvermittlung?! KulturvermittlerInnen am Wort!“

Unter diesem Motto fanden seit September 2019 bis Februar 2020 monatliche Arbeitstreffen mit Vertreter*innen der Kulturvermittlung aus den Bundesmuseen statt. In diesen Treffen wurde ein „Status Quo“ der Kulturvermittlung erhoben: Die Erhebung ergab ein Bild von prekären und teilweise desaströsen Rahmenbedingungen für die Kulturvermittlung an den Bundesmuseen. 

#fair_oder_prekär ? Museen und ihre „MitarbeiterInnen“

Die Veranstaltung #fair_oder_prekär ? Museen und ihre „MitarbeiterInnen“ Ende Jänner war ein großer Erfolg: Ungefähr 160 Kulturvermittler/innen kamen ins Depot, nahmen rege an der Diskussion teil und solidarisierten sich für einander.

Runder Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern des Kunst- und Kulturbereichs

Am 13. März fand ein „Runder Tisch“ mit Staatssekretärin Ulrike Lunacek und Vizekanzler Werner Kogler in Wien statt. Der Österreichische Verband der KulturvermittlerInnen wurde zu diesem Treffen eingeladen und hat über die prekären Arbeitsbedingungen im Fachbereich Kulturvermittlung informiert. Wir haben darauf hingewiesen, dass diese Krise auch eine Frage der Haltung ist und dass große Institutionen nicht den wirtschaftlichen Druck auf die Mitarbeiter*innen-Ebene abwälzen dürfen.
Der Verband hat zudem einen Vorschlag für notwendige Akut-Maßnahmen eingebracht: Entgelt-Fortzahlung auf Basis einer Jahresdurchschnitts-Berechnung für alle Kulturvermittler*innen.
Hervorgehoben haben wir außerdem, dass es um den Einstieg in einen Prozess zur Veränderung der Museen geht, um die strukturellen Probleme zu lösen. Es sollen weitere Gespräche folgen.

Publikationen über die Rahmenbedingungen in der Kulturvermittlung

Vgl. Monika Holzer-Kernbichler, „Fair oder prekär? Beschäftigungsverhältnisse von Kulturvermittlerinnen“, in http://museologien.blogspot.com/ [Zugriff: 2.3.2020].

Vgl. Sandra Malez „Vom Werden eines Berufes. Ein Berufsbild für Kulturvermittler/innen“, in neues museum, MUSEUM WORKERS. EIN BERUFSBILD IM WANDEL, 20/1-2, März 2020.

Vgl. Pressemitteilung des Museumsbundes vom 12. März 2020 : „Krise als Chance für geklärte Arbeitsverhältnisse“ hinaus.

Z U S A M M E N H A L T: Lasst uns in dieser schwierigen Zeit zusammenstehen!

Der Verband der KulturvermittlerInnen hat auf seiner Facebook-Seite mit einem Aufruf begonnen: Die Initiative richtet sich an ganz Österreich und soll sichtbar machen, wie es Kulturvermittler*innen geht.
Warum ist es wichtig auf Facebook zu posten? Derzeit sammeln wir via Facebook Stimmungsberichte aus den Österreichischen Museen die Kulturvermittlung betreffend. Anfang nächste Woche treten wir auf dieser Basis nochmal an die Politik heran, mit der Bitte um Unterstützung all jener, die derzeit Probleme haben. Deshalb ist es wichtig, dass die Probleme dort sichtbar werden. 
Sollte jemand nicht selbst in Facebook berichten wollen, können wir das auch gerne von Seiten des Verbands übernehmen, damit die Person anonym bleibt. Da sich die Situation in manchen Häusern von Tag zu Tag ändert, wollen wir aber auch das sichtbar machen. 

Warum über Facebook? Es geht neben der Politik auch um die öffentliche Wahrnehmung der eixstenzbedrohenden Situation in der Kulturvermittlung. Zudem könnte ein Informationstransfer zwischen den Häusern, argumentative Hilfestellungen für neue Herangehensweisen innerhalb der Museen liefern.​

Meldet euch!